Faszien-Training – was ist das?

Ähnlich wie ein Gitternetz in 3D ummanteln die Faszien beim Menschen Knochen, Muskeln und innere Organe und gewähren einen Stoßdämpferähnlichen Schutz.

Die dünnen Häute aus Bindegewebe umschließen unsere Muskeln wie Hüllen und unterstützen deren Aktivitäten sowie die Bewegungen unserer Gelenke. Sie befinden sich außerdem unter der Haut, zwischen den Sehnen und an anderen Stellen als Gleitschicht. Bei vielen Verletzungen und Verspannungen innerhalb des Bewegungsapparates sind nicht Muskeln oder Gelenke selbst schuld an den Schmerzen. Häufig werden sie von verklebten und in ihrer Elastizität eingeschränkten Faszien hervorgerufen. Ziel der Therapie ist es daher, schmerzauslösende Problemstellen durch gezielten Druck und durch federnde Dehnungsübungen zu lösen und die Elastizität des Bindegewebes zu stärken.

Wem nützt die Faszien-Therapie?

Als therapeutische Maßnahme

Faszien-Training wird bei Beschwerden im Bewegungsapparat eingesetzt. Das sind vor allem Bewegungseinschränkungen, die nach einer Verletzungen, beispielsweise am Meniskus oder Kreuzband entstehen. Aber auch Rückenbeschwerden, Sehnenscheidenentzündungen und andere Beschwerden können therapiert werden. Dabei geht der Arzt nicht von einer bestimmten Diagnose aus, sondern von den Beschwerden, die in Folge einer Verletzung auftreten und bei jedem Betroffenen unterschiedlich ausfallen können. Regelmäßiges Faszien-Training soll helfen, diese Beschwerden, die durch verklebte Bindegewebsbahnen ausgelöst werden, zu reduzieren und die Faszien insgesamt zu stärken.

Als präventive oder Therapie begleitende Maßnahme

Grundsätzlich kann die Therapie aber von jedem auch als vorbeugende oder begleitende Maßnahme angewandt werden, indem die Elastizität des Bindegewebes gefördert wird. Auf diese Weise lässt sich unter anderem die Verletzungsanfälligkeit reduzieren oder die Körperhaltung verbessern.

Wie wirkt die Faszien-Therapie?

Die 4 Grundfunktionen der Bindegewebsschichten

  • Körperformung: Sie formen den Körper, indem sie die Organe und Muskeln umhüllen, sie polstern und gegen äußere Einflüsse schützen
  • Kraftübertragung: Sie übertragen und speichern Kraft, indem sie die Muskeln mit den Knochen verbinden und indem sie sich dehnen und Spannung halten können
  • Stoffwechselfunktion: Sie sind am Stoffwechsel beteiligt, indem sie Flüssigkeit speichern und transportieren
  • Informationstransfer: Über ihre Rezeptoren und Sensoren geben sie Reize und Informationen innerhalb des Körpers weiter